häufige Reiseziele unsere oft gebuchten Reiseländer
Das Reiseziel ist ein durch geographische, biologische, geologische, kulturelle, geschichtliche, politische, wirtschaftliche Besonderheiten gekennzeichneter Ort, der von Touristen, Ausflüglern, Wanderern, Reisenden und Spaziergängern bevorzugt aufgesucht wird. Touristenziele werden in der Reiseliteratur (Reiseführer, spezielle Touristenkarten, Naturführer, Wanderführer, Museumsführer, Stadtführer u. dgl.) beschrieben, klassifiziert und kommentiert. Vor Ort werden Touristenziele durch Wegweiser, Merktafeln, Schautafeln, Schaukästen und geeignete Räume, in denen Erläuterungen über das Objekt gegeben werden und Führer bzw. audiovisuelle oder multimediale Technik zur Führung eingesetzt werden. Die meisten Urlauber legen großen Wert auf eine möglichst intakte Umwelt, was mit ein Grund für die wachsende Zahl an Nationalparks oder sonstigen Schutzgebieten ist. Andererseits steht diese Wunschvorstellung einer guten Erreichbarkeit und insbesondere mit dem immer noch wachsenden Straßenverkehr im Widerspruch. Die Urlaubsregionen an den Küsten haben vielfach mit zu starker Verbauung und der Wasserqualität zu kämpfen, während jene im Gebirge unter der Transit-Problematik oder der wirtschaftlichen Benachteiligung von Bergbauern bzw. der Alm- und Forstwirtschaft gegenüber flacheren EU-Ländern leiden. Generell sind die Urlaubsregionen heute stark von der Erreichbarkeit über Autobahnen oder den Flugverkehr abhängig. Während man in Europa noch vor 50 Jahren auf eine Verkehrsverbindung mit der Eisenbahn angewiesen war und kaum ein Drittel überhaupt verreiste, dominieren heute Auto und Flugzeug - nach neueren Untersuchtungen zu 53 bzw. 32 Prozent. Urlaubsdauer und Verhältnis Inland zu Ausland Seit etwa 10 Jahren verreisen im Durchschnitt 78 - 82 Prozent der Deutschen, wobei die Hälfte 2 Wochen Urlaub macht, doch nur 19 Prozent die medizinisch empfohlenen 3 Wochen. Bis zum 2. Weltkrieg waren fast nur Orte im Inland die Ziele des Fremdenverkehrs. Ab den 1950ern ging der Trend zunehmend ins nahe, später ins fernere Ausland. Für Westdeutschland weist die Statistik folgende Zahlen aus: * 1954 7.9 Mill. (85 Prozent) innert der BRD, 1.4 Mill. (15 %) im Ausland bei 2.3 Mill. Grenzübertritten. * 1970 war das Verhältnis bereits fast umgekehrt, nämlich 8.5 Mill. (46 %) inländische versus 10 Mill. (54 %) ausländische Urlaubsorte. * 1989 hatte es sich auf 31 zu 69 Prozent verstärkt. Nur um das Jahr 2002 bewegten sich die Zahlen etwas zurück - offenbar eine Reiseangst als Auswirkung der Attentate vom 11. September 2001). Im Mittel der letzten Jahre wählen Deutsche ihre Urlaubsziele zu 35 % im Inland und 50 % im europäischen Ausland. Davon entfallen 28 Prozent auf Italien, 20 auf Spanien und 17 auf Frankreich. Knapp 15 % fahren nach Österreich (welches 1-2 Jahrzehnte zuvor wegen seiner Nähe zu den Favoriten gehörte), der Rest entfällt auf rund 10 Länder. Etwa 57 % der Deutschen tendieren zum Urlaub am Meer (etwas weniger ausgeprägt bei Österreichern und Schweizern) - doch dürfte die tatsächliche Zahl etwas tiefer (bei rund 50%) liegen, wozu auch das Angebot an Badeseen beiträgt. Motive für die Ort und Art des Urlaubs Zu den anfangs angeführten Kategorien kommt ein langsamer Wandel, überlagert von gewissen Modewellen. Ab etwa 1960 stand mehr Geld für Urlaubsreisen zur Verfügung, was wegen des meist stabileren Schönwetters eine Verlagerung in den ferneren Süden bewirkte. Auch das zweite vorherrschende Motiv, anderswo Land und Leute kennenzulernen, liegt nach Meinungsumfragen bei 50 Prozent, gefolgt vom Wunsch nach schöner Landschaft. Wichtige Einzelaspekte sind auch kulturelle Sehenswürdigkeiten und der Wassersport. Dass ein Auslandsurlaub trotz der Reisekosten teilweise billiger als daheim war, kam bis ca. 1975 besonders Italien zugute. Hier setzte der Massentourismus relativ früh ein und verdreifachte sich von 1955 bis 1970 - ähnlich wie derzeit an nordafrikanischen Urlaubsorten. einer Städtereise steht im Gegensatz zu anderen Reisen die mehr oder weniger intensive Erkundung einer Stadt und ihres kulturellen Angebotes im Vordergrund.
